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Anne Conway, Viscountess Conway, geb. Anne Finch (* 14. Dezember 1631 in London; † 18. Februar 1679) war eine englische Philosophin und gehörte zum Umfeld der Cambridger Platoniker. Sie war eine der ersten Frauen deren Werk gedruckt und verlegt wurde.[1] Ihr Werk setzt sich kritisch mit philosophischen Theorien des 17. Jahrhunderts auseinander. Conway übte Kritik am Substanzdualismus und am Mechanistischen Weltbild[2]

 
Anne Conway mit ihrem Hund

Conway war die Tochter von Sir Heneage Finch, Anwalt und Politiker, der kurz vor ihrer Geburt verstarb, und dessen zweiter Ehefrau Elizabeth Cradock. Conway wuchs als jüngstes Kind der Familie in dem Anwesen auf, das in seiner heutigen Form als Kensington Palace bekannt ist und das vor seinem Umbau im Besitz der Familie Finch war.[3] 1651 kam es zur Heirat mit Edward Conway, der 1665 3. Viscount Conway und 1679 1. Earl of Conway wurde. Sie lebte auf Ragley Hall in Warwickshire. Zu Ihren Halbbrüdern gehören Heneage Finch, 1. Earl of Nottingham, Lordkanzler von England und John Finch, englischer Botschafter.[4]

In ihren jungen Jahren studierte sie Latein, später Griechisch und Hebräisch.[5] Sie war sowohl in lateinischer als auch in griechische Sprache belesen. Sie hatte Platon und Plotin auf Latein und möglicherweise auch Platon auf Griechisch gelesen. Sie las auch René Descartes und Spinoza, und es war offenbar Descartes, der in gewisser Weise zum Katalysator für ihre eigene philosophische Arbeit wurde, da sie so viel am cartesianischen System für falsch hielt.[6]

Ihr Halbbruder John Finch, der an der University of Cambridge studierte, förderte ihr Interesse an Philosophie und Theologie. Durch ihn kam sie auch in Kontakt mit Henry More, einem der führenden Vertreter der Cambridger Platoniker. Von ihm wurde sie in Briefkontakt philosophisch, vor allem über das Werk René Descartes’, unterrichtet. Denn als Frau durfte sie nicht an der Universität studieren. Bald entwickelte sie sich von der Schülerin zur freundschaftlichen Diskussionspartnerin.[2] Mores 1653 erschienenes Buch Antidote against Atheism ist ihr gewidmet.[5]

Über Franciscus Mercurius van Helmont (der ihr Arzt war, sie litt häufig an Migräne), Sohn des Naturforschers Johan Baptista van Helmont, lernte sie das Quäkertum, zu dem sie kurz vor ihrem Tod konvertierte, sowie die jüdische Kabbala kennen. Zu ihrem Umkreis gehörten auch die Theosophin Elizabeth Foxcroft, die lange auf Ragley Hall lebte, und deren Sohn Ezekiel Foxcroft. Bereits in der Jugend oft von starker Krankheit gezeichnet, starb Conway 1679 im Alter von 47 Jahren.

The Principles of the Most Ancient and Modern Philosophy

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Sie schrieb ihr einziges erhaltenes Werk gegen Ende ihres Lebens. Nach ihrem Tod wurde es 1690 in lateinischer Übersetzung und ohne Autorennennung unter dem Titel Principia philosophiae antiquissimae et recentissimae in Amsterdam veröffentlicht. Nach einer erneuten Übersetzung ins Englische, wurde das Werk 1692 in London unter dem Titel The Principles of the Most Ancient and Modern Philosophy erneut veröffentlicht.[2]

Anne Conway entwickelt in The Principels eine Metaphysik die auf drei Grundsubstanzen basiert: Gott, Logos(Jesus) und Geschöpfen. Gott ist die unveränderbare, gerechte, gute Substanz aus der alles hervorgeht. Logos(Jesus) ist die vermittelnde Substanz zwischen Gott und den Geschöpfen und nur zum Guten Veränderbar. Die Geschöpfe sind sowohl zum Guten als auch zum Schlechten veränderbar und bilden nach Conway innerhalb der Substanz unterscheidliche Arten. Sie vertritt in The Principals eine vitalistisch monistische Position und argumentiert, dass alle Dinge aus einer Substanz bestehen und mehr oder weniger geistige Kapazitäten besitzen. Damit widerspricht sie dem Mechanismus und dem Substanzdualismus.[7]

The Conway Letters

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Im Laufe ihres Lebens tauschte Conway zahlreiche Briefe mit Henry More, Francis Mercury van Helmont und anderen Denkern ihrer Zeit aus. In diesen Briefen diskutierte sie philosophische und theologische Konzepte und schrieb gelegentlich über persönliche Angelegenheiten, wie den Tod ihres Sohnes.

Conway schrieb auch etwa ein Dutzend Briefe an ihren Schwiegervater, Lord Conway, und erhielt etwa ein Dutzend Briefe von ihrem Bruder John Finch. Diese Korrespondenzen betrafen Philosophie, soziale Fragen und ihr persönliches Leben. Im Jahr 1930 veröffentlichte Marjorie Nicolson Conways Korrespondenz zusammen mit bibliographischen Details über sie.

1992 veröffentlichte Sahra Hutton eine überarbeitete, erweiterte Ausgabe von Nicolsons Conway Letters. Nicolsons Version konzentriert sich hauptsächlich auf Conways Beziehungen zu Freunden und Familie, einschließlich einer Analyse ihrer Beziehung zu Henry More.

Anne Conway's posthum veröffentlichte Briefe sind eine weitere Quelle ihres philoschen Schaffens. Die Briefe entstanden im Zeitraum von 1642 bis 1684 und gingen oft an Henry More

Rezeption

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17. Jahrhundert

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Nach der Veröffentlichung der Principels geht man davon aus, dass Franciscus Mercurius van Helmont verschiedene Personen, seines Umkreises, mit dem Werk Conways bekannt machte. Unter ihnen John Locke und Gottfried Wilhelm Leibniz.[Beleg Women Philosipher] Lebniz besaß sogar ein Exemplar von Conways Abhandlung, welches sich heute in der Niedersächsische Landesbibliothek in Hannover befindet.[Beleg project Vox].

The Principels weckte auch das Interesse von religiösen Dissidenten ein bekannter Leser von Conways Werk war zum Beispiel Johann Wilhelm Petersen. Man geht ausserdem davon aus, dass in England die Abhandlung dem Umkreis der Philadelphian Society mindesten bekannt war.[Beleg Women Philosipher]

1997-heute

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Die Anne-Conway-Straße in Bremen, Stadtteil Horn-Lehe, wurde 1997 nach ihr benannt.

Ausgaben und Übersetzungen

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  • Petra Altschuh-Riederer Lebendige Materie oder Prinzipien der ältesten und der modernsten Philosophie. ein-FACH-velag, Aachen 2012, ISBN 978-3-928089-55-5, (Übersetzung ins Deutsche)
  • Allison P. Coudert, Taylor Corse (Hrsg.): Anne Conway: The Principles of the Most Ancient and Modern Philosophy. Cambridge University Press, Cambridge 1996, ISBN 0-521-47335-7 (Übertragung in modernes Englisch)
  • Peter Loptson (Hrsg.): Anne Conway: The Principles of the Most Ancient and Modern Philosophy (= Archives Internationales d’Histoire des Idées, 101). Den Haag u. a. 1982
  • Marjorie Hope Nicolson, Sarah Hutton (Hrsg.): The Conway Letters. The Correspondence of Viscountess Anne Conway, Henry More and their Friends. Oxford University Press, Oxford 1992

Literatur

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  • Sarah Hutton: Anne Conway. A woman philosopher. Cambridge 2004
  • Christian Hengstermann, Ulrike Weichert (Hrsg.): Anne Conways "Principia philosophiae" - Materialismuskritik und Alleinheits-Spekulation im neuzeitlichen England (= Pontes, Bd. 52). LIT-Verlag, Berlin u. a. 2012.
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Einzelnachweise

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  1. Sarah Hutton: 'Blue-Eyed Philosophers Born on Wednesdays': An Essay on Women and History of Philosophy. The Monist, Januar 2015, S. 17, JSTOR:44012709.
  2. a b c Sarah Hutton: Anne Conway: A Woman Philosopher. 1. Auflage. Cambridge University Press, 2004, ISBN 978-0-521-83547-3, doi:10.1017/cbo9780511487217 (cambridge.org [abgerufen am 25. Januar 2025]).
  3. Lady Anne Conway. 13. Februar 2001, abgerufen am 26. Januar 2025.
  4. Gary M. Bell: A handlist of British diplomatic representatives: 1509-1688 (= Royal historical society guides and handbooks. Nr. 16). Royal historical society, London 1990, ISBN 978-0-86193-123-1.
  5. a b Jacqueline Broad: Women philosophers of the seventeenth century. Cambridge University Press, Cambridge 2002, ISBN 978-0-511-48712-5.
  6. Jane Duran: Anne Viscountess Conway: A Seventeenth Century Rationalist. In: Hypatia. Band 4, Nr. 1, 1989, ISSN 0887-5367, S. 64–79, doi:10.1111/j.1527-2001.1989.tb00867.x (cambridge.org [abgerufen am 26. Januar 2025]).
  7. Anne Conway, Petra Altschuh-Riederer, Anne Conway: Lebendige Materie oder Prinzipien der ältesten und der modernsten Philosophie (= Philosophinnen. Bd. 26). Ein-Fach-Verl, Aachen 2012, ISBN 978-3-928089-55-5.