Die Lemp ist ein knapp 12 km langer linker Nebenfluss der Dill im Lahn-Dill-Kreis, Mittelhessen. Sie bildet unterhalb ihres Quelllaufes eine natürliche Grenze zwischen der Hörre (Nordwesten) und dem Krofdorf-Königsberger Forst (Osten), beides Unter-Naturräume des Gladenbacher Berglandes.

Lemp
Daten
Gewässerkennzahl DE: 258492
Lage Westerwald (Naturraum)

Deutschland


Mittelhessen

Flusssystem Rhein
Abfluss über Dill → Lahn → Rhein → Nordsee
Quelle nördlicher Krofdorf-Königsberger Forst, Gladenbacher Bergland, unmittelbar an der nördlichen Wasserscheide zur Aar
50° 38′ 39″ N, 8° 29′ 12″ O
Quellhöhe ca. 333 m ü. NN
Mündung in Ehringshausen von links in die DillKoordinaten: 50° 35′ 49″ N, 8° 22′ 53″ O
50° 35′ 49″ N, 8° 22′ 53″ O
Mündungshöhe 170 m ü. NN
Höhenunterschied ca. 163 m
Sohlgefälle ca. 14 ‰
Länge 11,7 km[1]
Einzugsgebiet 34,966 km²[1]
Abfluss[1] MNQ
MQ
14 l/s
274 l/s
Linke Nebenflüsse Segelbach, Dauern Bach, Breitenbach, Kurzebach
Rechte Nebenflüsse Bermoller Bach, Westerlemp, Roßbach, Dreisbach, Kölschhäuser Bach, Kumbach, Haimbach
Die Mündung der Lemp in die Dill

Die Mündung der Lemp in die Dill

Die erste schriftliche Erwähnung der Lemp gab es im Jahr 778 als fluuium Lemphia. Meist wird der Name als -apa-Flussnamenstyp gedeutet (*Lamapa) und das Bestimmungswort könnte hierbei das germanische Adjektiv *lama für „lahm“ sein. Alternativ könnte sich der Name auch vom germanischen Wortstamm *lampa- mit der Bedeutung „welk niederhängen, schlaff herabhängen“ ableiten.[2]

Geographie

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Die Quelle der Lemp befindet sich in der Gemeinde Hohenahr, knapp 2 km südsüdwestlich von Großaltenstädten und gut 2 km westsüdwestlich von Hohensolms. Von dort aus fließt der Fluss zunächst in westliche Richtungen durch ein Waldstück im westlichen Norden des Krofdorf-Königsberger Forstes und erreicht die Gemarkung von Aßlar.

Ab dem Verlassen des Waldes in Oberlemp, wo ihr von rechts der Bach von Bermoll zufließt, bildet die Lemp bis zu ihrer Mündung die naturräumliche Grenze zur rechtsseitigen Hörre. Während die Bewaldung der Hörre immer etwa einen Kilometer vom Flusslauf entfernt bleibt, schließt sich linksseitig die des Krofdorf-Königsberger Forstes indes weiterhin direkt an.

Unmittelbar nach dem Passieren von Oberlemp bildet die von rechts zufließende Westerlemp die Grenze zur Gemeinde Ehringshausen, deren Gemarkung der Fluss fortan nicht mehr verlässt.

Nach dem Durchqueren von Niederlemp fließen der Lemp, wieder von rechts, zuerst der Roßbach und dann der von Dreisbach kommende Dreisbach zu. Hier erfährt der Flusslauf eine Wendung von Westen nach Süd(südwest)en.

In Kölschhausen mündet von rechts der Kölschhäuser Bach, unmittelbar nach dem Ort von links der Breitenbach, der aus dem gleichnamigen Ortsteil kommt.

Nördlich von Ehringshausen verlässt die Lemp die Bewaldung und gleichzeitig die beiden montaneren Naturräume ins Untere Dilltal, um im Süden des Ortes von links in die Dill zu münden.

Nebenflüsse

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Folgende Nebenflüsse fließen der Lemp zu:[1]

Name
Zufluss-
seite
Länge
[km]
Einzugs-
gebiet
[km²]
Mündungs-
höhe
[m. ü. NN]
Mündungs-
ort
DGKZ
Segelbach links 0,5 vor Oberlemp 258492-1120
Dauern Bach links 0,9 gegenüber Oberlemp 258492-1160
Bermoller Bach rechts 1,8 240 in Oberlemp 258492-1180
Westerlemp rechts 2,9 228 unteres Ortsende von Oberlemp 258492-1920
Roßbach rechts 2,6 215 unterhalb Niederlemp 258492-3262
Dreisbach rechts 1,8 213 zwischen Niederlemp und Kölschhausen 258492-3200
Kölschhäuser Bach rechts 1,9 200 in Kölschhausen 258492-5400
Breitenbach links 3,4 4,653 196 unteres Ortsende von Kölschhausen 258492-6000
Kurzebach links 0,5 258492-9200
Kumbach rechts 1,2 258492-9400
Haimbach rechts 0,7 vor Ehringshausen 258492-9600

Einzelnachweise

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  1. a b c d Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hinweise)
  2. Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch. Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-057891-1, S. 309, „Lemp“ (Auszug in der Google-Buchsuche).
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