Polyton

deutscher Musikpreis von Musikschaffenden für Musikschaffende aus dem Bereich der populären Musik

Der Polyton ist ein deutscher Musikpreis von Musikschaffenden für Musikschaffende aus dem Bereich der populären Musik. Initiiert wurde der Preis von der Akademie für Populäre Musik, unterstützt wird er durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie die Initiative Musik.[1]

Beschreibung

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Der Polyton ist gedacht als Auszeichnung von Musikschaffenden für Musikschaffende und legt seinen Fokus nicht nur auf Kommerz, womit er sich insbesondere vom eingestellten Echo Pop abheben soll. Die Gewinner werden von einer Jury bestimmt, bei der ersten Verleihung waren dies die ersten 50 Gründungsmitglieder.[1] Berücksichtigt werden kategorieübergreifend Alben, Lieder, Musikvideos, Liveacts und Initiativen. Die Akademie mit ihren Gründungsmitgliedern aus verschiedenen Genres und Tätigkeitsfeldern der Musik ermittelt in einem dreistufigen Verfahren die nominierten Werke und Preisträger, um eine Gewaltenteilung innerhalb der Auswahl zu gewährleisten. Die nominierten Werke würdigt die Akademie mit interdisziplinären Hommages.[2]

Neben der Preisverleihung findet eine Eventreihe davor und danach statt. An diesen Tagen dienen Denkfabriken, ein Runder Tisch und Lesungen dazu, ein offenes Forum zu schaffen, das Austausch und Diskurs anstößt und somit nachhaltige und faire Veränderungsprozesse in der Musikbranche unterstützen soll. Ein großes Anliegen der Akademie ist es zudem, alle Nominierten gleichermaßen für die besonderen Leistungen wertzuschätzen. Deswegen öffnet eine multidisziplinäre Ausstellung, in der die Werke umfassend präsentiert und zelebriert werden.[2]

Veranstaltungen

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Mitglieder der Akademie für Populäre Musik

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Preisträger

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Bei der ersten Verleihung im Jahr 2023 wurden acht Preise in den folgenden Kategorien verliehen:[1][2]

Die Kategorie Bühne zeichnet konzeptionelle, organisatorische und technische Elemente eines Liveacts aus (u. a. Technik, Dramaturgie, Konzept).

Die Kategorie Digital zeichnet die Anwendung von Technologien und Plattformen bei der Erschaffung oder Verbreitung eines Videos, Liveacts oder einer Initiative aus (u. a. Technologie, Virtualität, Show).

Kollaboration

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Die Kategorie Kollaboration zeichnet die Zusammenarbeit von zwei oder mehreren Personen aus (u. a. Kooperation, Gemeinschaft).

Komposition

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Die Kategorie Komposition zeichnet die musikalische Idee und Zusammensetzung eines Tracks, Albums oder einer Livevorführung aus (u. a. Melodie, Harmonie, Rhythmus).

  • Versprochen, alles wird gut!Blumengarten (Rayan Djima, Samuel Eickmann)

Performance

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Die Kategorie Performance zeichnet die Darbietung und Wirkungskraft des Werks eines Künstlers sowie des Zusammenspiels von mehreren Personen und/oder Instrumenten aus (u. a. Inszenierung, Dynamik, Interaktion).

Produktion

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Die Kategorie Produktion zeichnet die Umsetzung der Idee eines Werks aus.

Die Kategorie Text zeichnet geschriebene oder gesungene Teile eines einzelnen Tracks oder Albums aus (u. a. Writing, Lyrik).

Wildcard

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Die Wildcard ist eine besondere Nominierung, die auszeichnungswürdige Werke oder Personen im Kontext des popkulturellen Spektrums unabhängig von den Kategorien und vom Bewertungszeitraum berücksichtigt (u. a. Lebenswerk, Story, besondere Leistung).

Bei der zweiten Verleihung im Jahr 2024 wurden acht Preise in den folgenden Kategorien verliehen:[4]

  • Sweete InstrumenteMine

Komposition

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  • Hold on to Deer Life, There’s a Blcak Boy Behind You!Kabeaushé

Performance

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Die Kategorie Playing zeichnet die instrumentelle Leistung einer Person oder Personengruppe aus.

Produktion

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Wildcard

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Rezensionen

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Die Verleihung von Polyton 2024 wird von Musikjournalist Ralf Niemczyk als „demokratisch“ und „hemdsärmelig“ im Rolling Stone und Musikexpress beschrieben, denn es würde ohne „Dekadenz“ oder „Bling Bling“ zelebriert: „Die Preisträger und Preisträgerinnen müssen sich aus dem (stehenden) Publikum herausdrängeln, um ihre Aschenbecher-ähnliche Trophäe in Empfang zu nehmen. Das macht das Ganze niederschwellig, kollegial. Gute Freunde und Freundinnen stehen zusammen.“ Er resümiert die Zusammensetzung der Musikschaffenden wie folgt: „Offenheit für Mainstream, gleichzeitig ein Ohr für Neues. Warum nicht?“[5][6]

Die Sendung Taff bei Prosieben beschreibt Polyton als „Generationen Clash“ und hätte mit dem alten Echo wenig zu tun : „Kein VIP Beriech (…) und auf der Gästeliste treffen Welten aufeinander“ Dass ein Mix aus neuer und alter Generation funktionieren kann, bewiesen die Künstler an dem Polyton Abend.[7]

Anja Caspary beschreibt bei Inforadio Polyton als Preis, bei dem es nicht um Verkaufszahlen ginge, sondern um die Stärkung der Musikszene. Auf die Frage, ob dieser junge Musikpreis Polyton ein Gewicht hat antwortet Caspary: „Auf jeden Fall, ich denke der wird bleiben, (..), weil er eben von innen kommt –- aus der Musik-Community und weil er mehr will, als nur Show (…)“.[8]

In der Berliner Zeitung wird zum Polyton 2025 geschrieben, er sei recht hierarchiefrei, denn es gäbe „kein(en) VIP-Bereich, keine Unterscheidung zwischen Groß und Klein: Sowohl Künstler, als auch alle anderen Zuschauer standen rings um ein rundes Plateau inmitten der Halle und warteten auf die Verleihung“. Außerdem sähen „viele (…) im Polyton-Musikpreis eine längst überfällige Alternative zum Echo (…)“. In der Rezension hebt Italo-Schlagersänger Bianco zu Polyton hervor: „Das hat einfach gefehlt und man hat es gebraucht. Es ist total wichtig, in Deutschland weiterhin eine Institution zu haben, die innovative Projekte aus dem Musikbereich fördert“[9]

Im Berliner Tagesspiegel beschreibt man die Polyton Preisverleihung 2025 als eine Art besseren Echo.[10]

Das Diffus-Musikmagazin ist der Meinung, dass die Verantwortlichen des Polyton ein „Art-Piece“ erschaffen hätten, das ohne Zweifel nach Berlin gehöre. Ob es allerdings in anderen Teilen des Landes Anklang finden würde, sei fraglich. Der Preis wird mit beträchtlichen Steuergeldern finanziert und sollte der Musikbranche und ihren Akteuren in ihrer gesamten Breite eine angemessene Plattform bieten. Die erste Verleihung habe sich allerdings so sehr in eine Nische katapultiert, dass es einer großen Anstrengung bedarf, dort wieder herauszukommen. Trotz aller Bemühungen sei man daran gescheitert, die Breite unserer Popmusik angemessen abzubilden. Und auch, wenn die Preisverleihung nur der Höhepunkt einer mehrtägigen Eventreihe gewesen sei, muss er sich die Frage gefallen lassen, ob Popmusik-Förderung in Form eines solchen Preises sinnvoll sei. Wenn es der Preis schaffe, mehr in die gesellschaftliche Mitte zu rücken und weniger ein „Art-Piece“ zu sein, habe er die Chance, viel größer zu werden und eine echte Bereicherung für die deutsche Pop-Landschaft zu sein.[11]

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Einzelnachweise

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  1. a b c Neuer Musikpreis: Erste Polyton-Verleihung – das sind die Gewinner. In: spiegel.de. Spiegel, 18. November 2023, abgerufen am 16. September 2024.
  2. a b c d e Die nominierten Werke für den neuen deutschen Musikpreis Polyton stehen fest. In: initiative-musik.de. Initiative Musik, 26. Oktober 2023, abgerufen am 16. September 2024.
  3. Pop-Preis Polyton wird am 23.10.2024 zum zweiten Mal in Berlin verliehen. In: initiative-musik.de. Initiative Musik, 31. Mai 2024, abgerufen am 17. September 2024.
  4. Auszeichnung 2024. In: polyton.de. Akademie für populäre Musik, 23. Oktober 2024, abgerufen am 24. Oktober 2024.
  5. Ralf Niemczyk: Polyton: Auf der Suche nach der ästhetischen Qualität. In: Rolling Stone. 24. Oktober 2024, abgerufen am 10. Februar 2025 (deutsch).
  6. Ralf Niemczyk: Polyton: Auf der Suche nach der ästhetischen Qualität. In: Musikexpress. 24. Oktober 2024, abgerufen am 10. Februar 2025 (deutsch).
  7. "taff" 2024 - Generationen Clash bei der Polyton-Preisverleihung. 25. Oktober 2024, abgerufen am 10. Februar 2025.
  8. Musikpreis Polyton für Grönemeyer, Fischer und Shirin David. 24. Oktober 2024, abgerufen am 10. Februar 2025.
  9. Enno Kramer: Popmusik-Preis Polyton in Berlin verliehen: Ist diese Auszeichnung der neue Echo? 24. Oktober 2024, abgerufen am 10. Februar 2025.
  10. „Wie klingt Berlin?“: Pop-Promitreffen beim Musikpreis „Polyton“ – Tagesspiegel Checkpoint. Abgerufen am 10. Februar 2025.
  11. Torben Hodan: Musikpreis Polyton erstmals verliehen – so war es vor Ort. In: diffus.de. Diffus, 18. November 2023, abgerufen am 17. September 2024.